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Heldenreise

05 September 2017

Geschichten erzählen – ganz ohne Bilder!

Die textliche ist neben der wörtlichen Überlieferung die wohl älteste Form des Storytelling – obwohl man heute auch die urzeitliche Höhlenmalerei unter dem Aspekt des Geschichtenerzählens betrachtet.

Die Geschichte – der Geschichten

Lange vor Bilderbüchern, Leinwandfilmen, dem Serienfernsehen oder den heutigen YouTube-Kanälen gab es Geschichten in reiner Schriftform. Geschichten von Heldenmut und Siegerehre, Abenteuer, Glück- und Sinnsuche, Erneuerung und Wiedergeburt bis hin zu Entdecker-, Irrfahrt- und Rückkehrgeschichten oder der Erringung des heiligen Grals. Von der Bibel über das Nibelungenlied bis zur Odyssee: Wir alle sind geprägt vom archaischen Muster des Storytellings. 

Unzählige Geschichten – ein universelles Muster

Die Geschichten von Unternehmen und Produkten erscheinen nicht ganz so heroisch – auf den ersten Blick! Dabei müssen sich gerade Unternehmer ganz ähnlichen Herausforderungen stellen, wie sie in vielen klassischen Erzähltypen und -mustern wiederkehren. Doch wie erzählt man eine spannende Unternehmensgeschichte? Oder wie muss ich die Geschichte eines Produkts erzählen, damit sie am Markt als spannend empfunden wird?

Der Held als Vorbild – auch im textlichen Sinne

Wirklich überzeugende Geschichten folgen dem Prinzip der „Heldenreise“. Der amerikanische Professor Joseph Campbell erforschte dieses Muster als erster. Die Relevanz für erfolgreiches Entertainment entdeckte allerdings erst Christopher Vogler, der daraufhin als Story Consultant für Disney’s „Der König der Löwen“ engagiert wurde.

Auch Unternehmen brauchen Drama!

Durch die Entdeckung der Heldenreise wird deutlich, dass auch die Unternehmens- und Kundenkommunikation immer dramatisch sein sollte. Dabei braucht eine gute Story, ein spannender Produkttext oder Social Media-Beitrag vor allem einen Konflikt. Wir können sogar sagen: „Kein Konflikt? Keine Geschichte!“ Neben dieser goldenen Regel sollte man sich noch diese weiteren vier Zutaten einprägen:

1. Intro (Einstieg ins Thema)
Hier gibt es unterschiedliche rhetorische Kniffe:

  • Spannende Überschrift: „Jetzt kommt’s geballt …!“, „Wussten Sie eigentlich …?“
  • Interessante Zitat: „Von Einstein wissen wir …“
  • Gewagte These: „Wir alle wissen, dass …“

2. Konflikt
Der Konflikt sollte möglichst anschaulich beschrieben werden:

  • „Spätestens seit der Finanzkrise wissen wir …“
  • „Wer am permanenten Wandel nicht scheitern will …“
  • „Ineffektives Arbeiten kostet nicht nur Zeit. Sondern auch Geld. Ihr Geld!“

3. Ziel
Nachdem der Konflikt klar ersichtlich ist, muss ein Ziel her:

  • „Kernstück unserer Entwicklung sollte ein modular aufgebautes Tool sein …“
  • „Bald reifte die Erkenntnis, dass auch wir uns dem Markt stellen mussten.“
  • „Wir wollten, dass Sie es leichter haben!“

4. Twist
Die Erreichung des Ziels bedarf natürlich der Bewältigung weitere Hindernisse – es soll ja nicht zu einfach sein.

  • „Natürlich hat sich unser Team hiervon nicht abschrecken lassen – im Gegenteil!“
  • „Heute wissen nicht nur wir, sondern alle, die uns kennen: Wir kommen. Wir sehen. Und wir biegen das schon hin!“

5. Lösung
Und am Ende wollen wir nur noch wissen, wie es ausgegangen ist.

  • „Wir haben es geschafft. Mit Erfolg!“
  • „Mehr als 8.000 Kunden deutschlandweit genießen heute alle Vorzüge unserer wiedererkennbaren Handelsmarke – mit dem gewissen Etwas in Service und Umsetzung.“

Und mehr erfahrt ihr bei unserem Storytelling Workshop.

Ein gutes Beispiel für eine aufregende Unternehmensgeschichte mit Höhen und Tiefen ist sicherlich die von Apple.

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