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Generation Y

23 Januar 2017

Tischtennistische, Sterneküche oder Mega-Boni?

Das Geheimnis langfristiger Mitarbeiterbindung oder was die Generation Y wirklich will.

Seit ein paar Jahren ist die Generation Y immer wieder Gegenstand verschiedener Untersuchungen zum Thema Arbeitsverhalten. Dabei fallen die Ergebnisse jeweils ziemlich ähnlich aus. Die jungen Erwachsenen seien zu wenig ehrgeizig, nicht belastbar genug, ihnen fehle der Leistungswille und sie wüssten nicht, was sie wollten, heisst es. Auch der Tenor im deutschen Feuilleton dazu ist einhellig: „Generation Vielleichtsager“, „Generation unentschlossen“, „Generation maybe“ lautet das Verdikt. Die Ergebnisse der Studie „How Millennials want to work and live“ des renommierten Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup scheinen dieses Urteil zu bestätigen. Demnach haben 21 Prozent der befragten 20- bis 36-Jährigen im letzten Jahr ihren Job gewechselt, 60% denken derzeit darüber nach, ihr aktuelles Anstellungsverhältnis zu kündigen, und haben bereits ihre Bewerbungsunterlagen in Umlauf gebracht.

Bei der Interpretation dieser Ergebnisse ist allerdings Vorsicht geboten! Management-Berater und Buchautor Mark C. Crowley warnt in einem sehr lesenswerten Artikel davor, vorschnell zu urteilen. Um jemanden zu verstehen – in diesem Fall eine ganze Generation –, muss man wissen, woher er kommt und wodurch er geprägt ist. Das sind hier im Wesentlichen drei Dinge: 1. Die jungen Erwachsenen haben Eltern, die ihr Leben für die Arbeit opfern oder geopfert haben, was gleichbedeutend ist mit häufiger Abwesenheit, Stress und wenig Zeit für die Familie, geschweige denn für eigene Interessen. 2. Sie haben Eltern, die – vielleicht um die häufige Abwesenheit zu kompensieren – sie sehr behütet und umsorgt haben. 3. Dank neuer Technologien und der sozialen Medien haben sie schnellen und beinahe uneingeschränkten Zugang zu Informationen. Sie wissen, was sie wollen, weil sie wissen, was sie wollen können. Gemäß Crowley drückt sich diese Erfahrung in den folgenden fünf Bedürfnissen aus:

  • Die Vertreter der Generation Y wollen eine Arbeit, die sinnvoll ist.
  • Statt des Chefs im klassischen Sinne wünschen sie sich einen Coach, der sie begleitet und gezielt fördert und nicht bloß Befehle erteilt.
  • Regelmäßiges und häufiges Feedback motiviert sie nicht nur, sondern stärkt die Beziehung und Verbindlichkeit zur Arbeit, was sich letztlich positiv auf die Leistung auswirkt.
  • Sie wollen sich bei ihrer Arbeit auf die eigenen Stärken konzentrieren können, denn auch das wirkt motivierend und fördert das Engagement.
  • Und zu guter Letzt ist ihnen die persönliche Entwicklung wichtig. Eine Arbeit, die so interessant ist, dass man nicht stehen bleibt, und die einen fordert, macht zufrieden und glücklich.

Wenn also so viele junge Arbeitnehmer ihre Stelle wechseln oder darüber nachdenken, das zu tun, dann liegt das nicht an einem Mangel an Ehrgeiz oder daran, dass sie nicht bereit wären, sich längerfristig zu engagieren oder Leistung zu erbringen. Vielmehr fehlt ihnen ein Grund bei einer Stelle zu bleiben. Und diesen Grund liefern weder monetäre Anreize noch die Verwandlung des Büros in einen Freizeitpark, sondern die Befriedigung dieser fünf Bedürfnisse.

Auch wenn der Anlass für diesen Artikel das Arbeitsverhalten der Generation Y ist, so sind dies nicht allein deren Bedürfnisse, sondern die aller Menschen, schreibt Crowley. Es lohnt sich also in jedem Fall, Führung, Mitarbeiterförderung und Unternehmenskultur neu zu denken, um Mitarbeiter langfristig zu binden.

Eine gute Basis für die Entwicklung einer positiven Unternehmenskultur und eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung bietet auch unser Buch „smart TARGETING – Wertkommunikation für Unternehmen“.

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