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Wertekommunikation ist eine Führungsaufgabe.

15 Januar 2015

Wertekommunikation ist eine Führungsaufgabe.

Ein typischer Konflikt auf dem Weg zur Marke und zur Wertekommunikation liegt in dem Rollenkonflikt zwischen Fachkraft, Manager und Unternehmer. Die meisten Unternehmer starten ihr Unternehmen, weil sie eine besondere Fähigkeit haben und in einem bestimmten Bereich eine gute Fachkraft sind. Der typische Handwerksbetrieb, in dem der Chef noch mitarbeitet, ist so ein Fall. Selten wachsen in der Konstellation die Unternehmen über die Größe einer Großfamilie hinaus. Erst wenn der Gründer zum Manager wird, kann er skalierbare Prozesse definieren, delegieren und wachsen. Er muss sich von den Fachaufgaben lösen, was vielen Chefs schwerfällt. Der nächste Schritt in der Entwicklung heißt Unternehmer werden und sein. Diese drei Rollen stehen im Konflikt miteinander und sind schuld an so manchem Führungsdilemma. Denn mit jeder Rolle ist ein eigenes Selbstbild verbunden. Gut beschreiben hat das Stefan Merath, in seinem Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer, Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen“:

„Die Fachkraft arbeitet im Unternehmen. Manager und Unternehmer arbeiten nicht im, sondern am Unternehmen.“

Dieser Schritt raus aus dem Alltagsgeschäft ist sehr entscheidend um Werte, Strategie und Unternehmensvision im Blick zu halten.

Die Fachkraft gilt als „Macher“ im Unternehmen. Sie lebt in der Gegenwart und möchte auf schnellstem und direktestem Weg seine Aufgaben lösen. Die Fachkraft scheut neue Ideen und Visionen. Der Manager gibt der Fachkraft Regeln vor und vom Unternehmer fühlt dieser sich meist gestört, wenn „der ihr mitten in der Arbeit eine andere Aufgabe zuweist, weil er eine neue tolle Idee hat“.

Der Manager schafft Ordnung und entwickelt Systeme, damit Aufgaben effektiv gelöst werden können. In den Augen des Managers, macht die Fachkraft immer alles anders und der Unternehmer bringt die Systeme mit seinen neuen Ideen aus dem Takt. Das Dilemma ist, dass die Firmengründer oft alle drei Rollen in sich tragen und so viele innere Konflikte austragen.

Der Unternehmer entwickelt neue Visionen, ist Träumer und die treibende Kraft hinter allem. Für ihn sind zwei Dinge entscheidend: Erstens, die Gelegenheiten, die sich ihm und dem Unternehmen bieten und zweitens die Hindernisse, die dafür überwunden werden müssen, wie die Fixierung der Fachkräfte auf das Alltagsgeschäft und die Langsamkeit der Manager beim Umstellen von Prozessen.

Für die Arbeit am Unternehmen, lassen sich für den Unternehmer sieben Aufgabenbereiche definieren:

  • Werte und Vision
    Für das Unternehmen sollten Werte generiert bzw. verankert werden. So wird eine Vision für das Unternehmen geschaffen, nach der sich jeder richten kann.
  • Strategie
    Der Unternehmer entwickelt eine Unternehmensstrategie und -positionierung, indem er bspw. Stärken, Schwächen und Zielgruppe definiert.
  • Externe Energie
    Hierunter fällt bspw. die Vernetzung mit anderen, die Mitarbeitersuche und die Übergabe von Aufgaben an Externe.
  • Müllentsorgung
    Eine sogenannte „Müllentsorgung“ führt dazu, dass Strukturen und Prozesse hinterfragt und liebgewordene Muster gebrochen werden, was letztendlich zu höherer Effizienz führen kann.
  • Kontrolle
    Um die Umsetzung von Aufgaben zu sichern, müssen diese klar definiert und verteilt sein. Der Unternehmer stellt sicher, das dass Unternehmen seinen Kunden nützt und effizient im Sinne der Kunden arbeitet.
  • Eigene Persönlichkeitsentwicklung
    In diese Aufgabenbereiche fällt die persönliche Entwicklung des Unternehmers selber. Der Unternehmer muss sich Zeit nehmen, für die eigene Fortbildung und die Schulung seiner Führungskompetenzen.

Ziel des Unternehmers ist es, laut Merath, einem potenziellen Nachfolger ein wertvolles Unternehmen zu bieten und es übergeben zu können. Der Unternehmer sollte die Aufgaben so erfüllen und das Unternehmen so führen, dass es letztendlich zur Marke wird. Dafür sind insbesondere die ersten beiden Unternehmeraufgaben wichtig, die Klärung der Werte, der Vision und die Strategie. Alle drei Rollen, die der Fachkraft, des Managers und des Unternehmers sind wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. Es ist wichtig sich dieser Bereiche bewusst zu sein und sie nach Möglichkeit voneinander zu trennen.

„Sie befinden sich in einem Dschungel. Dann benötigen Sie Leute, die mit Macheten den Weg frei räumen – die Fachkräfte.

Außerdem benötigen Sie Leute, die die Arbeit einteilen, sodass niemand zu sehr ermüdet, aber trotzdem alle vorwärtskommen. Diese Personen überprüfen auch, ob einzelne Fachkräfte effektiver sind und warum dies so ist. Schließlich bringen sie den anderen die Optimierung bei.

Das sind die Manager. 

Und last, but not least gibt es noch einen, der oben im Baum sitzt und herunterruft: „Hört mal Jungs und Mädels, wir sind im falschen Wald.

Das ist der Unternehmer.“

Nicht nur die Rollen im Unternehmen widersprechen sich, sondern auch deren Aufgaben. Diese Unterscheidung der Aufgaben geht so weit, dass Fachkraft, Manager und Unternehmer, die Arbeit des jeweils anderen, als bedeutungslos und unwesentlich erscheint. Eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung ist es strategisch zu denken, ohne jedoch die anderen Rollen und Aufgaben in seinem Unternehmen zu entwerten.

Mehr zum Thema Unternehmensführung und Wertekommunikation finden Sie in unserem Buch „smart TARGETING“.

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